#1 Interior Kolumne
Die Nachttischlampe.
Nur eine Lampe. Fast.
ABSATZ
Deine Nachttischlampe.
Sie ist immer da, aber irgendwie auch so selbstverständlich.
Wann hast du sie zuletzt bewusst angeschaut?
Hast du sie überhaupt schon mal bewusst angeschaut?
Sie ist das Letzte, was du siehst, bevor dein Tag zu Ende geht.
Und oft das Erste, wenn du aufwachst.
Sie ist da, wenn nachts deine Gedanken kreisen.
Sie gibt dir Sicherheit und weist dir den Weg im Dunkeln.
Bescheiden steht sie dort auf deinem Nachttisch und strahlt so viel Ruhe aus.
Sie ist verlässlich und immer da, wenn du sie brauchst.
Ein Tipp im Dunklen auf ihren Schalter, und ein wohliges, warmes Gefühl stellt sich ein, sobald sie leuchtet.
Doch wie viel Raum geben wir eigentlich den kleinen Dingen im Alltag, wie unserer Nachttischlampe?
Ja, sie ist nur eine Lampe.
Warum sollten wir ihr so viel Aufmerksamkeit schenken?
Dabei sind es oft die kleinen Dinge, die entscheiden, ob sich etwas gut für uns anfühlt.
Durch die ein Raum ein Zuhause wird.
Vielleicht ist sie nur eine Lampe – tagsüber.
Doch nachts, kurz vor dem Einschlafen, ist sie so viel mehr.
Sie sagt dir:
„Hej, für heute ist es genug. Jetzt darfst du runterfahren und den Tag hinter dir lassen.
‚Morgen‘ ist auch noch ein Tag.“
Neben ihr darfst du deine Sorgen ablegen – sie eine Weile ausschalten, wenn du auch die Nachttischlampe ausschaltest.
Neben ihr darfst du dein Buch ablegen, das dir gerade so gutgetan hat und das du in ihrem diffusen Licht verschlungen hast.
Mit dem Klick auf ihren Aus-Schalter, beginnt ein magischer Wechsel zwischen zwei Tagen.
Zwischen Loslassen und Vorfreude.
Zwischen Sorgen und Hoffnung.
Und irgendwo dazwischen klären sich auch viele Dinge manchmal von alleine.
Ganz still und heimlich, während die Nachttischlampe schläft und trotzdem über uns wacht.
Am nächsten Morgen ist sie wieder da. Und nur eine Lampe.
Doch abends, vor dem Ins-Bett-Gehen, da ist sie wieder so viel mehr.
Eben nur fast eine Lampe.
© Text, Fotos, Skizze – Autorin: Carina vom Dorff, 02. Februar 2026








Fast nur eine Lampe- wie wunderbar du das beschrieben hast! Bin eben durch mein Haus gelaufen und habe festgestellt, dass ich sehr viele “fast nur und doch so viel mehr” Dinge besitze;-)
Liebste Grüße, Petra
Liebe Petra, wie schön, dass du meine erste Kolumne gelesen hast und auch mein erster Kommentar dazu bist! Genau so war es gedacht, dass man einfach mal kurz die Aufmerksamkeit darauf legt, warum die Dinge eigentlich in seinem Zuhause sind und was man für Geschichten oder Gefühle mit ihnen verbindet. Und man ist oft erstaunt, wie viele es sind und wie anders man sie dadurch auch wieder wertschätzt. Ich freue mich sehr, dass du auch so einen Moment hattest und bin natürlich auch etwas neugierig, was es bei dir für Dinge waren 🙂 Manchmal hilft mir diese Methode übrigens auch, um Zuhause auszusortieren, aber dazu komme ich ganz bestimmt noch ein andermal in meiner Kolumne oder auf dem Blog 🙂 Hab noch einen schönen Tag und eine gute Woche! Alles Liebe, Carina