#2 Interior Kolumne

Die Sitzbank.

Wohngoldstück_Kolumne_Sitzbank
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Zwischen Alltag und Innehalten.  

 

Kennst du das?
Du wachst morgens auf und weißt:
Ein voller Tag steht an!

Kaum Zeit zum Durchatmen.

Du stehst an der Kaffeemaschine,
während der Kaffee durchläuft.
Du atmest tief ein und aus
und sehnst dich nach einem kleinen Moment für dich,
bevor der Tag offiziell startet.

Du nimmst den heißen, gut duftenden Kaffee
und beschließt, diesen heute mal nicht nebenbei zu trinken,
sondern dir heute diesen kleinen Moment zu gönnen.

Und da ist sie – deine Sitzbank.
Am Fenster. In der Küche. Auf dem Balkon. Oder im Garten.
Vielleicht auch im Park nebenan.
Immer steht sie da und ist bereit für dich, wenn du sie brauchst.

Sie drängt sich nicht in den Vordergrund 
und protzt nicht mit Funktionen. 
Braucht nichts außer sich selbst.
Nur einen schönen Standort, der sich gut anfühlt.

Nur du, der Kaffee und die Bank.
Vielleicht noch ein paar Sonnenstrahlen.

Mit Blick auf die langsam erwachende Stadt
oder auf die Natur in deinem schönen Heimatdorf.

Denn weißt du was?
Den Standort für seine Sitzbank wählt man selten rein zufällig.
Meist hat man ihren Platz schon fest im Kopf,
bevor die Bank da ist.

Und dann sitzt du da, schließt die Augen, saugst den Moment auf und sagst dir: Hej, der Moment gehört jetzt mir – danach kann der Tag starten.

Kein Smartphone. Keine Kopfhörer.
Kein Radio im Hintergrund.
Nichts, was dich ablenkt.
Nur du, im Hier und Jetzt.
Einatmen. Ausatmen. Lächeln.

Und ich verspreche dir:
Wenn der Kaffee leer ist, bist du bereit für den Tag.

Bevor du gehst, schau noch einmal zurück zur Bank.
Denn wenn du nach deinem langen Tag heute zurückkommst, wird sie auch wieder da sein und auf dich warten.
Dann darfst du dich erneut auf ihr fallen lassen und sagen: Geschafft!

© Text, Fotos, Skizze – Autorin: Carina vom Dorff, 02. März 2026

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Die Kolumne hat dir gefallen?

Lies hier noch ein paar Gedanken von mir dazu.

Im Frühjahr 2025 begann meine Pop-Up-Zeit in Neuss – und eigentlich begann sie mit einer Sitzbank.

Denn als ich das erste Mal am leeren Ladenlokal vorbeiging, war ein Gedanke sofort da: Vor dieses Schaufenster muss eine Bank! Ich habe mich dort direkt sitzen sehen. In meinen Pausen. Mit Kundinnen und Kunden. Mit Freunden und Familie. Morgens vor der Ladenöffnung, abends nach Feierabend.

Ich habe all diese kleinen Momente schon gespürt, bevor es sie überhaupt gab. Und in genau diesem Augenblick wusste ich: Hier möchte ich meinen nächsten Pop-Up machen. Hier kann ich mich auf Zeit zu Hause fühlen.

Nach dem Pop-Up war da diese Bank. Eigentlich wollte ich sie nur ausleihen – aber das hat leider nicht geklappt. Also musste ich sie kaufen und habe mich, Woche für Woche, ein kleines bisschen mehr in sie verliebt. 

Zu Hause stand noch mein altes Palettensofa auf der Terrasse. Zwölf Jahre hat es mich begleitet. Eigentlich brauchte ich die Bank also nicht. Und trotzdem stellte ich sie probeweise auf unsere Terrasse.

Und dann passierte etwas Schönes: Denn sie passte! Nicht nur optisch. Sie war pflegeleichter, luftiger, brauchte weniger Platz und unter ihr sammelten sich weder Laub noch kleine Krabbeltiere. Und jedes Mal, wenn ich dort saß und meinen Kaffee trank, war ich für einen Moment wieder zurück in meinem Pop-Up. Bei diesen kleinen Auszeiten. Alleine oder mit lieben Menschen.

So bekommen Dinge Bedeutung – ganz ungeplant. Und so wird aus einer Sitzbank ein Stück Erinnerung und eine Geschichte, die man weitererzählen kann.

Alles Liebe, Carina ♡

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2 Kommentare
  1. Petra sagte:

    Hach ja, die Sitzbank- treuster Begleiter durch alle Lebenslagen! Und was für eine wunderschöne Geschichte von dir- da hätte ich vor deinem Schaufenster zu gerne neben dir Platz genommen.
    Meine Lieblingsbank steht vor dem Haus meiner 88jährigen Nachbarin. Die beiden begleiten mich seit meiner Kindheit, haben viel Lachen, aber auch so manche Träne mit mir ausgehalten- eine Bank ist nie nur zum sitzen da, sie ist sooo viel mehr…
    Die liebsten Grüße zu dir, Petra

    Antworten
    • Carina vom Dorff sagte:

      Liebe Petra, da sagst du was! Das ist ja eine süße Geschichte mit deiner Nachbarin und dass ihr euch schon so lange kennt und gemeinsame Erinnerungen habt. Das ist so viel wert und eine wunderschöne (emotionale) Sitzbank-Geschichte. Ich wünsche dir, dass du auf der Bank noch ganz viele Erinnerungen mit deiner Nachbarin sammeln kannst. Für sie ist es sicher genauso wertvoll. Alles Liebe, Carina

      Antworten

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